Deutschland kann mit zahlreichen wunderschönen Burgen und Schlössern punkten. Zum Beispiel die ritterliche Burg Eltz oder das Märchenschloss Neuschwanstein. Jedes Jahr zieht es ganze Touristenmassen zu ihnen, um sie zu bestaunen und die Geschichten und Mythen dahinter zu erfahren. Passend zum bevorstehenden Herbst und der damit einhergehenden kalten Jahreszeit, möchten wir euch Deutschlands Burgen und Schlösser genauer vorstellen. Diesmal widmen wir uns zwei davon: nämlich der Burg Eltz in Wierschem und dem Schloss Neuschwanstein in Füssen. Also ab auf die Couch, schnappt euch einen Keks und eine Tasse Tee und viel Spaß beim Lesen!

Märchenhaft und ritterlich: Deutschlands Burgen und Schlösser

Schloss Neuschwanstein und die Ideologien König Ludwigs II.

Kaum ein anderes Schloss zieht so viele Besucher und Touristen an wie das Schloss Neuschwanstein in Füssen. Mit 1,3 Millionen Besuchern jährlich zählt Neuschwanstein zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. Der Inbegriff eines Märchenschlosses steht wie verwunschen auf einem hohen Felsen, umgeben von malerischen Wäldern und den Alpsee zu Füßen.

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Einst als einsamer und ruhiger Rückzugsort gedacht, ließ König Ludwig II. das Schloss Neuschwanstein ganz nach seiner Vorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg errichten. Davon ist heute allerdings nicht mehr viel zu spüren: 1,3 Millionen Besucher aus aller Welt lockt das Schloss jährlich an. Neben dem Kölner Dom, dem Brandenburger Tor, dem Reichstag und der Dresdner Frauenkirche, ist das Schloss Neuschwanstein auf Platz 5 der beliebtesten Tourtistenattraktionen Deutschlands. Warst du auch schon einmal dort? 🗺 Das Schloss ist definitiv auch zur Herbstzeit ein schönes Ausflugsziel. Es ist allerdings verboten Fotos vom Inneren des Schlosses zu machen. 🏰🍂 Danke an @anajohnson___ für das schöne Foto 📸! #travador #schlossneuschwanstein #castle #bayern #wanderlust #neverstopexploring #bucketlist #reisttipp #exploremore #fernweh #kurztrip #sightseeing #neuschwanstein

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Die Geschichte von König Ludwig II. von Bayern

In diesem Fall ist es gar nicht so sehr das Schloss selbst, um welches sich Mythen und Legenden ranken – sondern vielmehr der mysteriöse Tod seines Schlossherren.

König Ludwig II. von Bayern ertrank am 13. Juni 1886 zusammen mit seinem Arzt Dr. von Gudden im seichten Wasser des heutigen Starnberger Sees. Was genau geschehen ist, steht bis heute nicht fest. Es gibt zahlreiche Theorien zu seinem Tod. Die offizielle Todesursache ist folgende:  Am 08. Juni 1886 wurde König Ludwig der II. als unzurechnungsfähig erklärt und in Folge dessen am nächsten Tag von seiner Regentschaft entmündigt. Der König wurde am 12. Juni auf seinem Schloss Neuschwanstein gefangen genommen und nach Schloss Berg gebracht, seinem Ferienhaus am Ufer des Würmsees (dem heutigen Starnberger See). Jetzt sollte es allerdings sein Gefängnis werden. Sein Leibarzt Dr. von Gudden folgte dem König auf Schritt und Tritt. So auch am Abend des 13. Juni, als Ludwig mit ihm einen Spaziergang auf dem Seeweg des Wurmsees unternahm.

Als die Männer nach 20 Uhr immer noch nicht zurückgekehrt sind, wird schon bald nach ihnen gesucht und man findet beide Körper leblos im 80 Meter tiefen Wasser des Sees. Schon öfter soll der König von Suizidgedanken gesprochen haben und so geht man in diesem Fall davon aus, dass Ludwig sich nach seiner Entmündigung im Starnberger See ertränken und Dr. von Gudden ihn davon abhalten wollte. In Folge dessen kam es wohl zu einem Streit und Ludwig ertrank den Arzt. Im kalten Wasser und von dem Gerangel völlig am Ende, soll der König an Herzversagen gestorben sein.

Ihr möchtet das Schloss auch einmal besuchen?

Was am 13. Juni 1886 tatsächlich vorgefallen ist, werden wir wohl nie erfahren – seine wunderschönen Bauwerke und Schlösser wie Neuschwanstein oder Herrenchiemsee können wir uns aber zum Glück noch anschauen. Hier findet ihr z. B. ein tolles Angebot für ein hübsches Hotel inkl. Eintritt in das Schloss Neuschwanstein.

Burg Eltz und der Mythos um die schöne Agnes

Wenn es um Deutschlands Burgen und Schlösser geht, dürfen wir natürlich auch dieses wunderschöne Gebäude nicht vergessen. Seit 1157 im Familienbesitz und malerisch in einem Seitental der Mosel zwischen Koblenz und Cochem gelegen: Die malerische Burg Eltz, gebettet auf einem steilen Felskopf, ist das Instagram-Fotomotiv schlechthin und wohl der Inbegriff einer deutschen Ritterburg. In ihrem Kellergewölbe befindet sich eine der bedeutendsten Schatzkammern Europas und ihr Motiv schmückte von 1961 bis 1995 die Rückseite des alten 500 DM Scheins.

850 Jahre Geschichte gehören zur Burg Eltz. Kein Wunder also, dass sie auch den ein oder anderen Mythos mit sich trägt.

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✨ Ein Märchenschloss mitten in Rheinland-Pfalz 🏰💕 Die Burg Eltz ist eine Höhenburg (errichtet auf einem 70 m hohen Felsen) aus dem 12. Jahrhundert und befindet sich in einem engen Seitental der Mosel – zwischen Koblenz und Cochem. Sie wird von drei Seiten vom Elzbach umflossen und bietet ihren Besuchern einen traumhaften Anblick. In den Kellergewölben findet man die bedeutendsten privaten Schatzkammern – Schmuck, Waffen und Rüstungen sind nur ein Teil davon. Unser Tipp: Die Burg ist zwar in Privatbesitz, allerdings kann man sie noch bis zum 1. November besichtigen, bevor sie in die Winterpause geht. 📸 Foto von: @mitana__ #travador #burgeltz #exploremore #placetobe #märchenschloss #eifel #bucketlist #reisetipp #kurztrip #neverstoptravelling #mytravelhappiness #instatravel

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Das traurige Leben der schönen Agnes

Es handelt sich um die Geschichte der jungen Gräfin Agnes und dem Junker von Braunsberg. Im 15. Jahrhundert lebte die schöne Agnes mit ihrem Vater, dem Grafen, auf Burg Eltz. Wie es für die damaligen Zeiten üblich war, wurde Agnes bereits im Kindesalter dem Junker von Braunsberg als Gattin versprochen. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die beiden nicht zueinander passten, da sie sehr unterschiedlich waren. Die Verlobung fand dennoch statt, doch Agnes empfand keine Zuneigung zum Junker. Als es schließlich zum Besiegeln der Verlobung durch einen Kuss kam, war der Gräfin ihre Abneigung deutlich anzusehen. Daraufhin entbrach ein fürchterlicher Streit und nur durch langes Zureden, schaffte es Agnes, dass kein Blutbad angerichtet wurde. Der Junker verließ die Zeremonie, jedoch nicht ohne vorher noch eine Fehde (Duden: (im Mittelalter) tätliche Feindseligkeit oder Privatkrieg zwischen Einzelpersonen, Sippen oder Familien zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen) anzukündigen.

Die Zeit verging und es geschah erstmal nichts, bis der Junker eines Tages durch eine hinterlistige Tat die Eltzer aus der Burg lockte und angriff. Agnes, die wusste, was ihr bevorstand, wenn sie dem Junker in die Hände fiel, schnappte sich kurzerhand die Rüstung ihres Bruders und ein Schwert und kämpfte an der Seite ihrer Leute. Plötzlich erfasste Agnes ein tödlicher Pfeil, abgeschossen vom Junker und die junge Gräfin sank zu Boden. Die Eltzer waren vom Anblick der toten Agnes so aufgebracht, dass sie zuerst den Junker von Braunsberg und schließlich seine Männer töteten.

Es heißt der Geist von Agnes sei danach noch oft um Mitternacht im Burghof erschienen. Der durchlöcherte Harnisch wird heute noch in der Rüstkammer der Burg aufbewahrt.

Burg Eltz Deutschland
Die verwunschene Burg Eltz in Rheinland-Pfalz